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Lehrfilm: Wir Europäer - Das 15. Jahrhundert

Europa beginnt zu denken.

Im 15. Jahrhundert gerät mit dem Ende des Mittelalters die hierarchische Ordnung ins Wanken. Die Antike wird neu entdeckt. Mit der Renaissance erschüttern humanistische Ideen die starren Glaubenssätze der allmächtigen Kirche. Sie verliert langsam das Meinungs- und Veröffentlichungsmonopol.
Jan Hus, geboren 1370, ergreift öffentlich Partei gegen den Klerus und fordert "christliche Verhältnisse". Die Kirche soll ohne starke hierarchische Strukturen auskommen biblische Texte sollen für alle verständlich sein. Hus empört sich in der damaligen multi-lingualen Weltstadt Prag über den Widerspruch zwischen der kirchlichen Lehre der Armut und dem Leben des Klerus in Reichtum. Die moralische Empörung führt bei Hus zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit der Bibel. Durch den neu erfundenen Buchdruck werden seine Schriften massenwirksam. Obwohl er selbst Priester ist, stellt er sein persönliches Gewissen über das Kirchendogma. 1415 wird er deshalb als Ketzer verbrannt.
Die in Europa, auch mit Unterstützung der Kirche, gegründeten Universitäten entwickeln sich zu Stätten freien Denkens. Die Theologie soll sich um Gott kümmern, weltliche Fragen dagegen sind Themen für die Wissenschaften, die in dieser Zeit entstehen. An die Stelle von Religion und Aberglaube treten überprüfbare wissenschaftliche Theorien einzelner Denker, die der Vernunft verpflichtet sind.
Der 1473 geborene Nikolaus Kopernikus ist ein solcher Vordenker, der den akademisch-philosophischen Disput liebt und sich die Öffnung gegenüber der Wissenschaft zunutze macht. Er ersetzt das mittelalterliche Wunschdenken und den Glauben an die Erde als Mittelpunkt der Gestirne durch wissenschaftlich überprüfbare Beobachtungen und Berechnungen. Dabei greift er auf Theoretiker der griechischen Klassik zurück, deren Theorien über 1.000 Jahre unterdrückt wurden, weil sie nicht ins biblische Weltbild passten. Indem er die Sonne zum Mittelpunkt des Universums erklärt, stößt Kopernikus an die Grenzen der damaligen Weltanschauung.
Plötzlich entsteht Erkenntnis aus Erfahrung, durch Handeln, Forschen und Experimentieren. Und die Europäer wagen Schritte in Richtung Mündigkeit, Aufklärung und Rationalität. Die individuelle Gesellschaft unter der Vorherrschaft der Vernunft, die heute als Stück europäischer Identität gilt, nimmt ihren Anfang.
Auch Andreas Vesalius, geboren 1514, sucht nach Wahrheit, nach dem Wissen über die Anatomie des Menschen. Er ist Professor der Chirurgie und gilt heute als Begründer der neuzeitlichen Anatomie sowie des morphologischen Denkens in der Medizin. Der anatomische Atlas von Vesalius, zeitgleich veröffentlicht mit dem Schlüsselwerk von Kopernikus, setzt an die Stelle einer an Astrologie und Aberglaube orientierten Medizin die Erforschung des menschlichen Körpers - unter anderem auch Verstorbener - und der Erkrankungen des Menschen. Darüber hinaus entwickelt Vesalius eine Theorie der Abstammung des Menschen vom Affen über Pygmäen hin zum Menschen. Eine Theorie, die 300 Jahre später von Charles Darwin nachgewiesen wird.


Laufzeit: 44 Minuten
Zielgruppe: Mittelstufe, Oberstufe
Sprachfassung: Deutsch
FSK: Infoprogramm
Empfehlung: Schulempfehlung

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