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Lehrfilm: Reim dein Leben

Schon seit Jahrzehnten hat Rap-Musik eine große Relevanz für Jugendliche. In den letzten Jahren wurden besonders deutsche Rapper kommerziell sehr erfolgreich. Die Wortspiele und harten Texte finden viel Anklang bei jugendlichen Hörern, die lyrischen Provokationen des Gangsta-Rap stoßen aber auch auf Kritik - z. B. wegen ihrer problematischen Blickwinkel auf das Frauen- und Männerbild, auf Gewaltausübung und Drogenkonsum - bei Eltern und Pädagog*innen und bei denen, die sich von den Texten diskriminiert fühlen, weil sie diese als sexistisch, antisemitisch oder homophob empfinden.

In den Filmen werden die Bedeutung und die Wirkung der Musik durch die jugendlichen Raphörer*innen selbst beschrieben. In Interviews schildern sie, welches Lebensgefühl sie mit der Musik verbinden. Im Fokus steht dabei nicht nur die eigene Identifizierung mit der Musik, sondern auch - mal mehr, mal weniger - die kritische Auseinandersetzung mit den Texten im Rap. Welche Wirkung messen die Jugendlichen selbst der für sie so wichtigen Musik bei?

Die Filme sollen die Selbstreflexion der Jugendlichen über Rap-Musik fördern und einen Wertedialog unter Jugendlichen und mit (erziehenden) Erwachsenen unterstützen. Außerdem schaffen sie Impulse für Pädagog*innen zum Umgang mit Rapmusik in der Jugend- und Bildungsarbeit und im Jugendschutz.

Zusatzbeschreibung: 
Die Filme:

Ich lebe für Rap

»Was die sagen, ist schon krass. Irgendwann gewöhnt man sich dran und findet es normal.« Junge Menschen unterschiedlichen Alters und kultureller Herkunft beschreiben, wie sie Rap hören, was sie dabei empfinden, welche Rapper sie lieben. »Man lacht, trotz der Beleidigung« - sie verstehen, wie der Wortwitz zum Rap gehört. In den Songs geht es um Liebe und Hass, um Drogen und Gewalt, um das schwierige Leben früher und das Geld heute. Wenn die Rapper von ihrer Underdog-Vergangenheit rappen, beschreiben sie, wie sie ihr Ding machen, ihren Zielen treu bleiben in schwierigen Zeiten - das wollen die Jugendlichen auch. Ihr Image ist den Rappern wichtig, den Jugendlichen, die sie hören, auch. Und dass das Image und die Realität nicht dasselbe sein müssen, verstehen sie auch.


Ist doch nur Rap

Hurensohn, Fotze, Bastard, Missgeburt, Schwuchtel - Jugendliche verstehen, dass Beleidigungen, Dissen und damit die Erniedrigung anderer im Battle-Rap der Coolness und der Wahrnehmung der Künstler dienen. Der Gegner soll »auf nette Art fertiggemacht werden«. Je nach Background geht dem einzelnen Jugendlichen manche Beleidigung aber zu weit, z. B. wenn es gegen die Mutter oder die Familie geht. Die Nutzung von Gewalt zur Durchsetzung der eigenen Interessen sehen die Jugendlichen als genretypische Selbstinszenierung. Im männlichen Rap sehen die Jungs einen »Schwanzvergleich«, der Rapper zeigt in seinen Songs, wie stark er ist, und ist damit Projektionsfläche für die männlichen Zuhörer. Die Beleidigungen sind häufig sexualisiert und abwertend gegenüber Frauen und Homosexuellen. Auch die Religion des anderen ist Teil der verbalen Erniedrigung. Die Jugendlichen erkennen die Drogen-verherrlichende Attitüde der Rapper. Einerseits sehen sie dieses als Realness (»Der Rapper rappt, was er lebt«), andererseits begreifen sie auch die Inszenierung. »Wenn der sagt ?Spring von der Brücke!?, springst du dann? Nein!« Sie appellieren an die Freiheit der Kunst. »Eigentlich gibt es keine Grenzen im Rap!«, sagen sie, während sie ihre eigenen Grenzen im Leben deutlich spüren und diese über ihre Musik gerne ein bisschen sprengen wollen.


Kann sie Gangsta sein

Jungen und Mädchen reflektieren das Frauenbild im Gangsta-Rap. Den Blick auf die Frau in den Songs empfinden die Mädchen oft als herablassend, als Objekt, Trophäe oder Besitz. Welches Vorbild sind die Rapper für die Jugendlichen, wenn sexuell aktive Frauen in den Songs, deren Hauptthema häufig Sexualität ist, Schlampen und Bitches sind? »Frauen gehören in die Küche und nicht ans Mikrofon«, sagt ein Junge halb im Spaß, so wie es sein Vorbild rappt. Die Jugendlichen sehen Frauenrap sehr unterschiedlich. Die Mädchen verstehen, wenn Frauen aus ihrer Sicht über ihre Stärken rappen. Die junge Rapperin Isabelle erklärt ihre Sicht auf den Rap. Sie will keine Bitch sein, will aber auch Stärke zeigen und sich im Rap battlen.


Ich habe deine Frau gefickt

Auf der BattleXParty im Live Club Barmen battlen sich junge Freestyle-Rapper. Sie beschreiben, wie und warum sie in gechillter und freundschaftlicher Atmosphäre ihre Gegner, auch durch Beleidigungen, wegbattlen. Der Wettkampf ist für sie Spaß, sie wollen sich messen. Image bedeutet ihnen viel, aber ihr Image entspricht nicht ihrer Realität, erzählen sie, denn »was in den Texten gesagt wird, ist nicht die Meinung der Rapper im echten Leben«.
Samy Deluxe über die Geschichte des Deutsch-Rap
Samy Deluxe spricht im Interview über die Geschichte des deutschen Hip-Hops. Über das Beatboxen, Rappen und Beats-Produzieren fand er als Jugendlicher zu sich selbst. »Jeder braucht etwas, wo er sich gut fühlt.« So war Hip-Hop immer etwas für Jugendliche, die unter schlechteren Bedingungen aufwachsen. Streetrap sei das Sprachrohr für die Unterschicht, für alle, die sonst kein Sprachrohr haben. Der Ich-betonte, doppeldeutige, manchmal zynische Rap lebt mehr und mehr von seinen Tabubrüchen, jeder Rapper hat hier seine eigenen Schmerzgrenzen. Samy meint: »Jeder Künstler muss sagen können, was er will. Und die Leute müssen differenzieren können.«


Jugendschutz

Interview mit dem stellvertretenden Leiter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Thomas Salzmann, über die jugendschutzrelevanten Wirkungen von Gangsta-Rap und die Spruchpraxis der BPJM.


Laufzeit: 113 Minuten
Sprachfassung: Deutsch
Zielgruppe: Mittelstufe, Oberstufe
FSK: Lehrprogramm

Verfügbare Lizenzen

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